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Loreley Freilichtbühne

Loreley Freilichbühne bei NAcht

Auf dem mächtigen Loreley-Plateau, nicht weit entfernt von der Felsspitze, liegt die Loreley Freilichtbühne. Die Freilichtbühne wurde 1939 mit „Wilhelm Tell“ eröffnet und beherbergte in der Vergangenheit eine Vielzahl erstklassiger Künstler aus Rock, Pop und Klassik. Noch immer ist das Loreleyplateau Anziehungspunkt für Künstler aus aller Welt und begeistert mit ihrer einzigartigen Akustik die Zuschauer.

Loreley Freilichtbühne Programm 2018

  • 16.06.2018 Crossroads Festival
  • 21-23.06.2018 RockFels Festival0
  • 8.07.2018 Gipfeltreffen der Blasmusik
  • 13.-15.07.2018 Night Of The Prog Festival
  • 04.08.2018 Sunrise Avenue
  • 11.08.2018 A-ha
  • 17.08.2018 Westernhagen MTV Unplugged
  • 18.08.2018 Fury in the Slaughterhouse
  • 24.08.2018 Kelly Family – Zusatztermin
  • 25.08.2018 Kelly Family
  • 01.09.2018 Loreley Tattoo

Geschichte der Loreley Freilichtbühne

Die Loreley Freilichtbühne wurde ursprünglich für Therateraufführungen des Rhein-Main-Spielrings gebaut. 1932 begannen die Arbeiten im Rahmen des Freiwilligen Arbeitsdienstes. Der Freiwillige Arbeitsdienst (kurz FAD) war ein am 23. Juli 1931 eingeführtes öffentlich gefördertes Beschäftigungsprogramm der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung der Weimarer Republik. Im Rahmen des Freiwillige Arbeitsdienstes konnten Arbeiten ausgeführt werden, die gemeinnützig und zusätzlich waren. Nicht ausgeschlossen waren Arbeiten, die einem beschränkten Personenkreis dienten, wenn die Allgemeinheit ein wessentliches Interesse an der Ausführung hatte. Deshalb gründete sich der Rhein-Main-Spielring, von dem es keine Unterlagen gibt. Eine Förderung war aber nur zulässig, wenn der Freiwillige Arbeitsdienst nicht für politische oder staatsfeindliche Zwecke mißbraucht wurde.  Rund 100.000 junge Männer gingen zum Freiwilligen Arbeitsdienst – für 50 Pfennig Taschengeld am Tag, plus Verpflegung und Unterkunft. Zudem war neben dem sechsstündigen Arbeitstag „genügend freie Zeit für die sozialpädagogische Erziehung und Ausbildung“. Träger des FAD waren kirchliche und weltanschauliche Institutionen, die eigene freiwillige Dienste schaffen. Eine zentrale Organisation gab es nicht. Die Genehmigung eines Vorhabens erfolgte dezentral durch die Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung.
Das ändert sich mit der Machtübernahme durch die NSDAP. 1934 wurde durch den NSDAP Gau Hessen-Nassau die Stiftung „Hessen-Nassauische Spielgemeinschaft für

Entwurf der Lorey Freilichtbühne von 1935

Entwurf des Frankfurter Architekten H. Senf für die Loreley Freilichtbühne.

nationale Festgestaltung“ gegründet, die für den Bau und das Programm auf der Loreley verantwortlich war. Die Stiftung hatte ihren Sitz in Frankfurt. Die meisten Unterlagen der Stiftung wurden in den letzten Kriegstagen, vor Einmarsch der Amerikaner vernichtet. In der Folge der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten 1933 wurde der Bau nur wenig später als „NS-Feierstätte“ und „Thingstätte“ vereinnahmt und umgewidmet; unter anderem sollten hier nun germanische Heldensagen aufgeführt werden und die Kulisse auch für größere Parteiveranstaltungen der NSDAP dienen. Der Frankfurter Architekt Hermann Senf (1878-1979) erhielt den Auftrag für die Planung des Baus in Form eines Amphitheaters, der je nach Veranstaltungsart über etwa 4.000 bis 5.000 Sitzplätze und 10.000 bis 12.000 Stehplätze verfügen sollte. Zur Premiere der Loreley Freilichtbühne wurde im Juni 1939 Friedrich Schillers „Wilhelm Tell“ durch die städtischen Bühnen Frankfurt aufgeführt.

Die LoreleyFreilichtbühne nach dem Krieg

Nach dem Krieg wurde die ehemalige Hessen-Nassauische Stadt St. Goarshausen in das neu gegründete Bundesland Rheinland-Pfalz eingegliedert. Das Eigentum an der Freilichtbühne ging an das Land Rheinland-Pfalz. 1954 wurde der Verein „Loreley-Ring e.V. gegündet, der bis 1968 in den Sommermonaten die Loreley Festspiele organisierte. Träger des Vereins waren der Landkreis, die Stadt und das Land. Vor allem Theaterklassiker von Hebbel, Schiller, Goethe und Shakespeare wurden aufgeführt. Die Stadt St. Goarshausen übernahm 1974 die Trägerschaft der Freilichtbühne und am 3. Juli 1976 begann eine neue Ära auf der Freilichtbühne mit dem Konzert der britischen Rockband Genesis.
Ab 1981 fand auch mehrfach der Rockpalast des WDR auf der Freilichtbühne statt. Es traten viele bekannte Künstler auf, darunter BAP, Bob Dylan, Joe Cocker, Die Toten Hosen, Böhse Onkelz, Herbert Grönemeyer, Peter Maffay, Marillion, Metallica, Gary Moore, Chris Rea, Frankie Miller, Eric Burdon, Lynyrd Skynyrd, Rory Gallagher, Udo Jürgens, Red Hot Chili Peppers, Carlos Santana, Simple Minds, Sting, The Sisters of Mercy, UB40, R.E.M., The Kelly Family, U2, Journey, Toto und Whitesnake.
Seit 2010 wird die Loreley Freilichtbühne von der Loreley Venue Management GmbH mit Unterstützung durch das Land Rheinland-Pfalz und die Stadt St. Goarshausen betrieben.
Seit 2016 finden umfangreiche Umbauarbeiten auf dem Loreley Plateau statt. Ziel der bis 2019 dauernden Modernisierungsmaßnahmen ist es, die Geschichte des Naturdenkmals als auch die Besonderheiten der Kulturlandschaft deutlicher erkennbar und erlebbar werden. Um diese Erwartungen auch zukünftig zu erfüllen entsteht ein Natur- und Landschaftspark.
Quelle:
„Freilichtbühne Loreley“. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital
Hessisches Landesarchiv

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